Im Auftrag der Vermenschlichung
Am 20. Mai gab die Steuergruppe der Comenius-Projektgruppe die künftige Möglichkeit, in Europa den Abschluß ‹Master für Waldorfpädagogik› (‹Das Goetheanum› Nr. 31–32/2004) zu erwerben, offiziell bekannt.
Eines der wesentlichen Ziele der Veranstaltung in den Räumen des Brüsseler ‹British Council› war es, in wichtigen Entscheidungskreisen der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments eine größere Bekanntheit des (von der EU-Kommission finanzierten) Comenius-Projekts zu erreichen. Rund 50 Personen kamen zu der Veranstaltung.
Forschungsarbeit vor Ort
Der Vorsitzende des ‹European Council for Steiner Waldorf Education› Christopher Clouder wies vor allem auf die inhaltliche Bedeutung eines Master der Waldorfpädagogik hin. Er betonte, daß die Waldorfbewegung vor allem einen Auftrag der Vermenschlichung habe. Sean Feerick von der europäischen Kommission beleuchtete den Zusammenhang zwischen den Prinzipien des Projekts und den bildungspolitischen Entwürfen, die den europäischen Bildungsministern in den nächsten Monaten vorgelegt werden sollen. Griet Hellinckx vom ‹Institut für Waldorfpädagogik› in Witten-Annen sprach unter anderem über die konkrete Struktur der Ausbildung. David Parker von der Universität Plymouth beschrieb die Hoffnung, daß die eigentliche Forschungsarbeit in den Klassen vor Ort geschehe.
Im weiteren wurden Erfahrungen von Studenten(gruppen), die schon mit der Ausbildung angefangen haben, präsentiert. Urs Hauenstein erzählte von einem Pilotprojekt in Solothurn (CH) und Andy Phipps berichtete über die Fortbildung eines Kollegiums eines heilpädagogischen Institutes in England.
Zum Abschluß plädierte Hans van Crombrugge von der belgischen Universität Gent für die Beachtung des ‹Feuers› bei den Lehrern und für das Weitergeben des Fackels und äußerte die Hoffnung, daß man bei der Suche nach (weiteren) Studienbegleitern für diese Master-Ausbildung nicht zuerst Grade und Diplome in Augenschein nehmen solle, sondern das innerliche Feuer der Kandidaten.
Manches blieb noch unbeantwortet: etwa die Frage nach dem Preis, das Problem der notwendigen Übersetzungen ins Englische und die Aufgabe, die Ausbildung nicht nur für Gruppen sondern auch für Einzelteilnehmer möglich zu machen.
Information:
www.steinerwaldorfma.org