Wie bereits berichtet arbeiten das Institut für Waldorf-Pädagogik Witten (Deutschland), ipf in der Schweiz, die University of Plymouth in Großbritannien, die Rudolf Steinerhögskolan in Schweden, das Solymár Waldorf Képzés in Ungarn und die Hogeschool Helicon in den Niederlanden an dem Entwurf eines europäischen Master-Studiengangs für Waldorfpädagogik. Erklärtes Ziel ist es, die von Rudolf Steiner angeregte Praxisforschung mit einer professionellen Fortbildung auf akademischem Niveau zu verbinden, und zugleich die Möglichkeit zu schaffen, hiermit den Grad des Master zu erwerben. Außerdem soll mit diesem Studiengang die europäische Zusammenarbeit innerhalb der Waldorfbewegung unterstützt werden.
Fragen der Akkreditierung des Studiengangs führten dazu, dass in enger Zusammenarbeit mit Kollegen des Integrated Masters Programme der Universität Plymouth ein Studiengang entwickelt wurde, der vier Module (eine Mischung aus Unterrichtsmodulen und Independent Study Modules) und die Arbeit an einer Dissertation beinhaltet. Sowohl in England (seit 2003) wie in der Schweiz (seit 2004) gibt es eine Gruppe von Kollegen die einen Testdurchlauf machen. Außerdem sind einige weitere Einzelpersonen als Studierende des so genannten SWEMP (Steiner Waldorf Education Masters Programme) eingeschrieben. Die ersten Arbeiten wurden bereits erfolgreich bei der Universität eingereicht.
Inzwischen stehen auch in Schweden und den Niederlanden, aber vor allem in Deutschland etliche KollegInnen in den Startlöchern um ein Studium aufzunehmen. Hieraus wird deutlich, dass das Projekt sich in der Übergangsphase vom Pilotprojekt zum soliden Programm befindet. Dies bringt mit sich, dass jetzt alle Fragestellungen, die unter anderem durch die Arbeit mit den Testgruppen, deutlich geworden sind, zu Ende diskutiert und geklärt werden müssen. In den letzten Monaten wurde deutlich, dass dieser Prozess wesentlich mehr Zeit braucht, als erwartet. Somit mussten die bereits anvisierten Termine für die ersten beiden Module in Deutschland verschoben werden. Schließlich muss die Finanzierung über die Anschubfinanzierung hinaus geklärt sein. Die Studierenden müssen wissen, welche Kosten im Laufe des Studiums auf sie zukommen. Die Studiengebühren müssen Kosten decken, aber auch zumutbar bleiben. Die Qualität und die Qualitätskontrolle gilt es bereits im Vorfeld zu sichern. Die Tutoren, die die Studierenden begleiten, müssen fundiert ausgebildet und auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden. Der Anspruch, die vielen Sprachen der jetzt teilnehmenden Länder (und derjenigen, die bereits aus anderen EU und Nicht-EU-Ländern Interesse angemeldet haben) zur Geltung kommen zu lassen, bleibt eine kostenspielige Herausforderung. Das zur Verfügung stellen von Recherchemöglichkeiten weist sich als sehr wesentlich heraus. Fragen wie die nach der Zahl der Studierenden, die von den Institutionen pro Jahr betreut werden, stellen sich und ziehen Konsequenzen nach sich. Ein Kollegium muss gebildet werden, das bereits jetzt die Kontinuität und die Planung für die nächsten fünf Jahre ins Auge fasst.
Die Kollegen in Plymouth haben, nachdem klar wurde, wie viel auch in Fragen der institutionellen Anerkennung an Aufwand betrieben werden muss, der Implementierung in Deutschland Priorität eingeräumt. In 2006 sollen dann die Niederlanden und Schweden folgen. So wird dieses Projekt hoffentlich im Laufe der nächsten Jahre in allen Partnerländern und vielleicht auch graduell in einigen weiteren zur Implementierung kommen, so dass hieraus tatsächlich ein solides akademisches Programm erwächst, was der weiteren Entwicklung der Waldorfbewegung weltweit dienlich sein wird.